Eindrücke aus Taizé

Wir kommen an, nach 12 Stunden Fahrt, übermüdet aber glücklich, endlich da zu sein.

Taize ist genau so und gleichzeitig ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe. In manchen Dingen so zweckmäßg: Markierungen auf dem Boden der Kirche zeigen an, wo man sitzen darf und wo nicht, „meat“ und „no meat“ teilen die Essenschlangen auf. Und dann im gleichen Moment kommt man mit Leuten aus Schweden ins Gespräch, die zufällig neben einem in der Schlange stehen, nicht vorstellbar zu Hause, aber da ist es möglich. In Taizé ist es möglich, fremde Leute in einer Woche besser kennenzulernen als die Freunde die man schon ewig zuhause hat. In Taizé ist es möglich, verschiedenste Meinungen zu haben und trotzdem gut miteinander auszukommen. In gebrochenem Englisch mit Leuten über Gott und die Welt zu diskutieren und sich nicht daran zu stören, wenn man einige Wörter nicht kennt, die Anderen verstehen einen schon.
Ich habe mit einem Mädchen aus Palästina darüber geredet, wie schwer es für uns war, unseren Studienplatz zu bekommen. Mit Niederländerinnen darüber, wie verschieden die Schulsysteme in verschiedenen Ländern doch sind. Ich habe mit einer Amerikanerin über den besten Kaffee diskutiert und mit einer Spanierin über die Hölle.

Und dann war ich plötzlich wieder zuhause. Ganz einfach so. Die Leute in Taizé haben mir von Taizépression erzählt, der Leere, die man nach Taizé zuhause fühlt. Ich habe es nicht geglaubt, bis ich alleine in meinem Zimmer saß und es plötzlich so still war. Am nächsten Morgen ohne Andacht in den Tag starten ist seltsam und als ich bei Aldi in der Schlange stehe und die Leute überall hin sehen, nur nicht zu anderen Menschen, verstehe ich das Wort.

Inzwischen bin ich wieder im Alltag angekommen. Zum Glück, könnte man jetzt sagen. Oder leider.

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